IOS-NEWSLETTER 
Forschung, Veranstaltungen, Publikationen

Nach dem Großen Krieg... Die Neuordnung des östlichen Europas nach 1918

Vortragsreihe „Offene Hochschule“ - eine Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) und der VHS der Stadt Regensburg.
Datum: Januar / Februar 2020
Ort: Lesehalle der Stadtbücherei, Haidplatz 8
Flyer
Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.

Regensburger Vorträge zum östlichen Europa

Die einzelnen Termine und Vortragsthemen entnehmen Sie bitte dem Plakat.
Detaillierte Informationen zu den einzelnen Vorträgen finden Sie hier.

Inequalities and Redistribution in Central and Eastern Europe

12th Joint IOS/APB/EACES Summer Academy on Central and Eastern Europe 2020.
Call for papers
Submission deadline: April 1, 2020.
Dates: July 6–8, 2020
Location: Akademie für Politische Bildung Tutzing on Lake Starnberg near Munich

Seminarreihe des Arbeitsbereichs Ökonomie am IOS

Zeit: Dienstag, 13.30–15.00 Uhr
Ort: Leibniz-Institut für Ost-und Südosteuropaforschung (IOS), Landshuter Str. 4 (Raum 109)
Programm

Forschungslabor: „Geschichte und Sozialanthropologie Südost‐ und Osteuropas“

Zeit: Donnerstag, 14–16 Uhr
Ort: WiOS, Landshuter Str. 4 (Raum 017)
Programm

Freie Stellen Text
Gastwiss. Programm Text
Leibniz

Buchprojekt:
Personalisierte Macht und institutionalisierte Herrschaft im Frühsozialismus. Ein spannungsreiches Verhältnis am Beispiel jugoslawischer Innenpolitik in der „Ära Ranković“

Projektverantwortlicher: Dr. Edvin Pezo

Im Rahmen dieses Buchprojektes steht die Frage nach dem Spannungsverhältnis von personalisierter Macht und institutionalisierter Herrschaft im Vordergrund. Das primäre Interesse gilt den Jahren zwischen 1944 und 1966, den hier zu beobachtenden Akteuren und staatlichen Praktiken. Damit steht eine Zeit im Fokus, die mit erheblichen und gewaltsamen staatlichen Eingriffen sowie mit dem berüchtigten jugoslawischen Politiker Aleksandar Ranković assoziiert wird, die sogenannte Ära Ranković. Diese stellt, so eine These, eine „Übergangszeit“ dar, in welcher Jugoslawien einerseits unter einer rigiden und stalinistisch geprägten Staatsführung aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges „auferstand“, andererseits in Jugoslawien in diesen Jahren entscheidende Schritte unternommen wurden, die die spätere Liberalisierung des Landes ermöglichten.
Unter Anwendung eines teilweise biographischen Ansatzes dient hierbei Aleksandar Ranković als „Sonde“, um Zeitumstände, ideologische Denkmuster, den Aufbau und die Funktionsweise der in Jugoslawien vorhandenen Herrschaftsstrukturen und die Aspekte personalisierter Macht/Herrschaft näher zu erforschen. Dieser eignet sich hierfür in besonderem Maße, da er den Herrschaftsapparat maßgeblich mit ausgestaltete, sei es beim Aufbau des jugoslawischen Geheimdienstes oder als einer der maßgeblichen führenden jugoslawischen Politiker neben Josip Broz Tito: als Innenminister (1946-53), als stellvertretender Vorsitzender des Bundesexekutivrates (1953-63), als Vizepräsident der Republik (1963-66) oder als Mitglied des Föderationsrates (1963-66).
Es soll im Rahmen dieses Projektes ebenso um die Frage gehen, in welchem Ausmaße Herrschaftsapparate in die Lebenswelten der Menschen eingriffen. Sie waren schließlich normsetzend, womit sie zwangläufig abweichende, also deviante Verhaltensmuster definierten. Nicht zuletzt gilt es mit Blick auf Ranković zu hinterfragen, welchen Einfluss er auf sein Umfeld nahm bzw. welcher Konnex zwischen personalisierter Macht und institutionalisierter Herrschaft bestand. Dies bezieht sich auf die gesamtstaatliche Ebene wie auch auf die einzelnen Republiken (am Beispiel Kroatiens und Serbien), womit letztlich auch das Zusammenspiel von mehrgliedriger Herrschaft und Gesellschaft ausgelotet werden soll.